Wir freuen uns, in diesem Jahr insgesamt 2 barrierearme, geführte Wandertouren anbieten zu können. Die Touren sind als Rundwanderungen ausgearbeitet, mit wenig Steigungen, meist auf befestigten Wegen, ohne Hindernisse und Seitenneigung.
Besonders geeignet sind die Strecken für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, d.h. Menschen, die einen Rollstuhl mit oder ohne Zuggerät, ein Handbike oder einen Rollator benutzen, Menschen mit einer Gehbehinderung, Prothesenträger, Senioren, Menschen die generationenübergreifend unterwegs sein möchten und alle, die sich gerne draußen bewegen.
Durch den Ockstädter Kirschenberg
Wann: Samstag 20.04.2024, 11 Uhr Wo: Parkplatz am Bürgerhaus, Schlossstraße
Stadtrundgang durch Bad Vilbel
Wann: Sonntag, 29.09.2024, 11 Uhr Wo: Parkplatz am ‚Klaus-Havenstein-Weg‘ am Eingang zur Wasserburg
Die Teilnahme an den Touren ist kostenlos. Bei Rückfragen melden Sie sich gerne hier:
Martin Fischer 0176 52217718 martin_fischer@mail.de
Der Spessart liegt als Naherholungsgebiet vor den Toren der Rhein-Main-Region und ist eingerahmt von Main, Kinzig und Sinn. Er ist eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete in der Mitte Deutschlands und erstreckt sich in den beiden Bundesländern Hessen und Bayern. Die 85 Kilometer lange Landesgrenze ist für den Besucher kaum zu erkennen.
Über Landesgrenzen hinweg: Der Naturpark Spessart liegt in Hessen und in Bayern. (Bild: OpenStreetMap Deutschland)
Der Naturpark Hessischer Spessart wurde 1963 gegründet und dehnt sich über mehr als 94.000 Hektar aus. Davon sind rund 60 Prozent bewaldet, vorrangig mit Eichen und Buchen. Der Hessische Spessart bietet die ideale Lebensgrundlage für viele bedrohte Tierarten wie zum Beispiel den Biber, der sich dort seit einigen Jahren wieder angesiedelt hat oder auch die Wildkatze.
Viele markierte Wanderwege führen die Besucher durch das größte Laubwaldgebiet Deutschlands. Ein touristisches Highlight ist der Premiumwanderweg „Spessartbogen“, der auf einer Strecke von fast 90 Kilometern von Langenselbold bis Schlüchtern führt. Ergänzt wird der Wandergenuss von Extratouren, den „Spessartfährten“ sowie den Spazierwanderwegen, den „Spessartspuren“.
Spessartspuren
Spazierwandern lautet das Stichwort. Also noch nicht wandern aber länger unterwegs sein als beim Spazierengehen. Jede der insgesamt 40 Spessartspuren eignet sich perfekt dazu. Sie sind als Rundwanderweg konzipiert, das heißt Start- und Zielpunkt sind gleich.
Spazierwanderer legen fast immer weniger als 10 km zurück und müssen nicht mehr als 250 Höhenmeter überwinden. Die Spessartspuren sind über den kompletten Hessischen Spessart verteilt. Spazierwanderer können auf ihnen die ganze Vielfalt und Schönheit der Naturlandschaften entdecken und erleben.
Wanderschild Spessartspuren (R. Raab)
Kooperation mit Barrierefreies Wandern
Im Frühjahr 2022 entstand die Idee, die existierenden 40 Spessartspuren hinsichtlich des Grades der Barrierefreiheit zu überprüfen. Ziel dabei war es, herauszufinden, ob einige der Spessartspuren für Menschen mit einer Mobiltätseinschränkung, d. h. Rollstuhlfahrer, Menschen mit einer Gehbehinderung, Rollator-Nutzer, Handbiker, Senioren, Familien mit Kinderwagen, etc. begehbar, befahrbar oder berollbar sind.
Nach einer Vorauswahl hinsichtlich Streckenlänge und Höhendifferenz, blieben 13 Spessartspuren übrig, die nun genau von mir begutachtet werden sollten. Dazu befuhr ich alle 13 mit dem Handbike. Die für Mobilitätseingeschränkte relevanten Faktoren, wie Weglänge und -beschaffenheit, Maximalsteigung, Seitneigung, Hindernisse, etc. wurden protokolliert und in den Streckenbeschreibungen genau dokumentiert.
Nun wurden die geeigneten Spessartspuren mit dem, von mir entwickelten Bewertungsschema, als barrierearm leicht, – mittel und – schwer klassifiziert. Und schließlich für jede der barrierearmen Spessartspuren eine Empfehlung abgegeben, für wen genau sie geeignet sind. Falls es Streckenabschnitte gab, die nicht barrierearm waren, wurde nach Alternativstrecken gesucht. Diese wurden dann ebenfalls genau beschrieben und ihr Verlauf mittels GPS-Track aufgezeichnet.
Ein besonderer Moment der Kooperation war auf jeden Fall ein Treffen am 12. Mai 2022 mit Fritz Dänner, Annika Ludwig und Frau Harnischfeger vom Naturpark Hessischer Spessart, sowie Robert Ruppel vom Förderverein Naturpark Hessischer Spessart. Bei einer gemeinsamen Wanderung in Lettgenbrunn auf der Spessartspur 21 fand ein Erfahrungsaustausch mit vielen anregenden Gesprächen statt.
Ausblick
Um die barrierearmen Spessartspuren für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen nutzbar zu machen, müssen die gesammelten Informationen in die Welt. Der Naturpark Hessische Spessart verfügt nun über die nötigen Informationen. Diese sollten interessierten Nutzern zugänglich gemacht werden.
Der Rundweg um den Laacher See in der Vulkaneifel ist ein barrierefreies Wandererlebnis, das nach den Kriterien von „Reisen für Alle“ zertifiziert ist. Dieser spezielle Abschnitt des Weges, der vom Kloster Maria Laach bis zum Blockhaus/Campingplatz führt, bietet eine idyllische Route für Menschen mit Gehbehinderungen und Rollstuhlfahrer.
Startpunkt und Sehenswürdigkeiten
Der Startpunkt des Rundweges befindet sich beim Kloster Maria Laach, einer beeindruckenden Klosteranlage mit Basilika und verschiedenen Wirtschaftsbetrieben, darunter eine Klostergaststätte. Die Klosteranlage selbst bietet bereits viel zu sehen, und Informationen zur Barrierefreiheit auf dem Klostergelände sind auf der offiziellen Website des Klosters zu finden.
Streckenverlauf und Naturerlebnis
Das Teilstück des Rundweges um den Laacher See führt über kleine Holzbrücken, vorbei an Wiesen und durch herrliche Waldpassagen direkt am Ufer des Laacher Sees entlang. Besonders hervorzuheben ist der kleine Platz am Bootsverleih, der mit seinen „Traumliegen“ zum Verweilen und Genießen der Natur einlädt.
Barrierefreiheit und Ausstattung
Der Wanderweg ist 2,1 km lang und führt vom Parkplatz in Maria Laach bis zum Parkplatz beim Campingplatz Laacher See. Er ist stufenlos, mindestens 120 cm breit und überwiegend noch breiter. Allerdings gibt es Abschnitte, die nicht leicht begeh- und befahrbar sind, insbesondere zwei Brücken mit maximalen Längsneigungen von bis zu 18 % auf einer Länge von 2 m. Entlang des Weges sind Sitzgelegenheiten vorhanden, jedoch mit teilweise größeren Abständen. Der Wanderweg ist autofrei und durchgehend ausgeschildert.
Parkmöglichkeiten und WC
Am Startpunkt gibt es drei gekennzeichnete Parkplätze für Menschen mit Behinderungen. Ein öffentliches WC für Menschen mit Behinderungen ist bei der Tourist-Information in Maria Laach vorhanden, wobei die WC-Tür mit einem Euroschlüssel zu öffnen ist.
Weitere Informationen zur Planung eines barrierefreien Urlaubs können Sie die Webseite vom Urlaubsmagazin Barrierefrei Erleben besuchen und hier auch den passenden Urlaubskatalog für ihr Urlaubsziel kostenlos bestellen.
Die Rollstuhl-Tour „Rund um die Hohe Liebe“ in der Sächsischen Schweiz bietet eine einzigartige Gelegenheit, die atemberaubende Natur dieser Region auf barrierefreien Wegen zu erkunden. Die Tour erstreckt sich über eine Distanz von etwa 6,94 Kilometern und dauert rund 2 Stunden. Der Startpunkt der barrierefreien Tour befindet sich auf dem großen Parkplatz an der Ortsverbindungsstraße von Bad Schandau – Postelwitz nach Ostrau.
Die Route führt durch einsame Waldwege zwischen dem Bad Schandauer Ortsteil Ostrau, dem Kirnitzschtal und der Wildwiese in den Schrammsteinen. Obwohl die Tour in zentraler Lage stattfindet, bietet sie eine ruhige Atmosphäre, fernab des Trubels. Der Höhepunkt der Tour ist zweifelsohne die Wildwiese, doch der gesamte Rundweg um die Hohe Liebe bietet entspanntes Wandern in malerischer Umgebung. Die Tour ist grundsätzlich auch mit einem E-Rollstuhl zu bewältigen, allerdings wird empfohlen, die Strecke bei trockenen Bedingungen zu befahren.
Die Strecke beginnt mit einem Anstieg und führt dann über breite, gut befahrbare Forstwege, die sich entlang des Berghangs winden. Unterwegs können Wanderer die Aussicht auf die beeindruckenden Felswände der Affensteine genießen. Der Obere Steinbruchweg bringt die Wanderer schließlich zur Wildwiese, von wo aus man einen eindrucksvollen Blick auf die Schrammsteine und den Gipfel des Falkensteins hat. Für eine Rast stehen Forsthütten zur Verfügung, allerdings sollte man sein eigenes Essen und Trinken mitbringen. Der Rückweg führt über den Wenzelweg zurück in den Zahnsgrund und die letzten 1,1 Kilometer müssen auf der Ortsverbindungsstraße nach Ostrau zurückgelegt werden.
Die Tour ist nicht nur für Rollstuhlfahrer oder Handbiker ein Erlebnis, sondern auch für Wanderer mit Kinderwagen geeignet. Sie bietet eine kulturell interessante Route und ist als Rundweg konzipiert.
Wer etwas mehr Zeit hat, dem empfiehlt sich ein Ausflug mit der Kirnitzschtalbahn zu dem Lichtenhainer Wasserfall. Von Bad Schandau aus führt die historische Straßenbahn zu dem Lichtenhainer Wasserfall und auf dem Weg kann man bei gemütlichem Tempo die Naturschönheiten des Kirnitzschtales entdecken.
Für weitere Informationen und zur Planung Ihrer barrierefreien Tour in der Region Sächsische Schweiz und für weitere Urlaubsziele in Sachsen können Sie die Webseite vom Urlaubsmagazin Barrierefrei Erlebenbesuchen.
Die barrierefreie Drei-Kilometer-Tour „Bildstöcke und Flurkreuze“ in Maikammer, Rheinland-Pfalz, ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie Wandern für alle zugänglich gemacht werden kann. Die Route ist speziell für Personen mit Gehbehinderungen, Rollatoren und Kinderwagen konzipiert und bietet eine entspannte Möglichkeit, die malerische Landschaft und kulturellen Sehenswürdigkeiten der Region zu genießen.
Die Tour erstreckt sich über 3,2 Kilometer und kann in etwa einer Stunde bewältigt werden. Sie führt die Wanderer auf betonierten Wegen durch die idyllische Umgebung von Maikammer, vorbei an verschiedenen Bildstöcken und Flurkreuzen, die einen tiefen Einblick in die lokale Geschichte und Kultur bieten. Die Route ist durchgehend barrierefrei und weist nur sehr wenige Höhenmeter auf, was sie zu einer idealen Option für Menschen mit eingeschränkter Mobilität macht.
Entlang der Strecke gibt es zahlreiche Bänke und zwei Picknickplätze mit Tischen, die zum Verweilen und Genießen der Aussicht einladen. Die Tour ist landschaftlich reizvoll und bietet eine Vielzahl von Informationen über die Bildstöcke und Flurkreuze in Maikammer. Zudem führt die Route an einigen Infotafeln des Weinlehrpfades vorbei, die zusätzliche Einblicke in die Region bieten.
Für diejenigen, die die Tour mit der App gehen, gibt es zu allen Bildstöcken und Flurkreuzen umfangreiche Informationen, einschließlich Geschichtlichem, Informationen über den Zeitpunkt der Errichtung der Denkmäler und über die Spender.
Die Tour ist nicht nur barrierefrei, sondern auch nach „Reisen für Alle“ zertifiziert, was bedeutet, dass sie die Qualitätskriterien für Barrierefreiheit erfüllt. Es gibt gekennzeichnete Parkplätze für Menschen mit Behinderungen und der Wanderweg ist durchgehend gut begeh- und befahrbar.
Diese Tour bietet eine hervorragende Gelegenheit, die Schönheit und Kultur von Maikammer auf eine für alle zugängliche Weise zu erleben. Es ist ein Beweis dafür, dass Wandern und Naturgenuss keine Grenzen kennen und für jeden zugänglich gemacht werden können.
Weitere Informationen zur Planung eines barrierefreien Urlaubs in Rheinland-Pfalz können Sie die Webseite vom Urlaubsmagazin Barrierefrei Erleben https://www.barrierefreierleben.de/eintraege/rheinland-pfalz-8 besuchen und hier auch den passenden Urlaubskatalog kostenlos bestellen.
Handbike-Begeisterte finden im Chiemgau gut ausgeschilderte Routen, die speziell für Handbikes konzipiert wurden. Diese Wege sind nicht nur für Handbikes, sondern auch für Radanhänger sehr gut geeignet. Dank der breiten Wege kann man auch mal zu zweit nebeneinander fahren. Besonders abseits der vielbefahrenen Strecken bieten das flache Gelände und das geringere Verkehrsaufkommen ideale Voraussetzungen für Handbike-Touren.
Die sieben herausragenden Touren für Handbike-Fans wurden von Menschen mit Handicap aus der Region mehrfach selbst getestet und bei der Konzeption aktiv mitgestaltet. Entlang der Routen gibt es barrierefreie Einkehrmöglichkeiten und Toiletten. Alle weiteren Informationen zu diesen Touren können in einem Flyer gefunden oder unter der Telefonnummer +49 (0)861 9095900 kostenlos angefordert werden. Es ist erwähnenswert, dass die „7 Handbike-Touren im Chiemgau“ im Januar 2023 den 3. Platz beim ADAC-Tourismuspreis und im Februar das „Goldene Pedal“ des ADFC erhalten haben.
Hier sind die sieben ausgezeichneten Touren für Handbike-Fans:
Obinger See-Runde (Handbike-Tour 1)
Sehr leichte Handbike-Tour um den Obinger See mit möglichem Zwischenstopp beim barrierefreien Strandbad. 20 Skulpturen gestalten die Runde zu einem besonderen Erlebnis.
Strecke:3,4 km; 12 Hm; 00:45 h
Die Landschaft im Rupertiwinkel wurde durch eiszeitliche Gletscherströme geformt. Auf guten Wegen geht es auf und ab, aber nie extrem.
Strecke: 29,4 km; 161 Hm; 03:30 h
Wasser-Erlebnistour (Handbike-Tour 2)
Rupertiwinkel-Panoramatour (Handbike-Tour 3)
Diese Handbike-Runde führt entlang der beschilderten Themenroute „Rupertiwinkel-Panoramatour“ durch den schönen Rupertiwinkel.
Strecke: 26,3 km; 249 Hm; 02:45 h
Diese Runde mit meist mäßigen Steigungen und entspannten Abfahrten eignet sich hervorragend, um sich für die Sommersaison vorzubereiten.
Strecke:9,0 km; 85 Hm; 01:15 h
Obinger Trainingsrunde (Handbike-Tour 4)
Abtsdorfer See-Runde (Handbike-Tour 5)
Die zauberhafte Handbike-Runde auf gutem Untergrund um den schönen Badesee bietet gelegentlich einen weiten Blick auf die Chiemgauer Alpen.
Strecke: 5,1 km; 43 Hm; 01:00 h
Die Handbike-Runde um den Waginger See ist eine Perlenkette mit landschaftlichen Highlights und Gelegenheiten für attraktive Zwischenstopps.
Strecke:20,0 km; 136 Hm; 02:00 h
Waginger See-Runde (Handbike-Tour 6)
Achen-Achter (Handbike-Tour 7)
Diese herrliche Tour durch das von den Eiszeitgletschern geformte Alpenvorland ist gleichermaßen erlebnisreich wie fordernd, aber sie lohnt sich definitiv.
Strecke:40,0 km; 280 Hm; 04:00 h
Für alle, die nach der perfekten Unterkunft für ihre nächste Handbike-Tour im Chiemgau suchen, bietet die Region Chiemsee-Chiemgau spezielle Handbike-Unterkünfte an.
Den passenden Urlaubskatalog für barrierefreien Urlaub in der Region Chiemsee-Chiemgau und für weitere Urlaubsziele in Bayern kann auf der Seite vom Urlaubsmagazin Barrierefrei Erleben unter https://www.barrierefreierleben.de/kataloge bestellt werden.
Ein Rückblick auf die diesjährigen barrierearmen Wanderungen
„Endlich bin ich mal nicht die Langsamste“, „hätte gar nicht gedacht, dass ich diesen Weg schaffe“, „das hätte ich mir alleine nicht zugetraut“, so oder so ähnlich hört es sich an, wenn Teilnehmer eine barrierearme Wanderung kommentieren. Diese Sätze empfinde ich als ein ganz großes Lob und eine Bestärkung darin, auch im nächsten Jahr barrierearme Wanderungen anzubieten.
An der ersten Tour ‚Durch das Naturschutzgebiet Nidderauen bei Glauburg-Stockheim‘ am 29.4.2023nahmen 2 Personen teil. Die zweite barrierearme Wanderung ‚Rund um die Burg Münzenberg‘ am 14.5.2023 fand das Interesse von 7 Wanderern. Dirk Eiser, Mitglied des Ortsbeirats der Stadt Münzenberg nahm im Vorfeld mit mir Kontakt auf und bot seine Hilfe bei der Organisation und Durchführung an. Bei der etwa 4 km langen Wanderung begleitete er uns und beantwortete viele Fragen zur Geschichte von Stadt und Burg.
Rund um die Burg Münzenberg; Foto: Barrierefreies Wandern
Am 27.5.2023 ging es ‚Zur Rosenblüte nach Steinfurth‘. Bei herrlichem Wetter wanderten 12 Teilnehmer auf der ca. 6 km langen Strecke rund um Steinfurth und konnten die gerade begonnene Rosenblüte bestaunen. Am 1.10.2023, dem Bad Nauheimer Kerbsonntag hieß das Motto ‚Vom Kurpark zur Skiwiese‘. Die ca. 6 km lange Rundtour mit einem tollen Picknick an der Frauenwald-Hütte oberhalb der Skiwiese absolvierten alle neun Teilnehmer erfolgreich.
Den Abschluss der diesjährigen inklusiven und barrierearmen Wandertouren machte am Samstag, 7.10.2023 die ca. 4 km lange Wanderung: ‚Auf Butzbacher Waldwegen‘. Martin Fischer vom Büro für Barrierefreies Wandern konnte bei warmem Spätsommerwetter am Startpunkt Forsthaus Butzbach 37 Teilnehmer begrüßen.
Leichte Wanderung über die Skiwiese Bad Nauheim; Foto: Barrierefreies Wandern
Auf Butzbach Waldwegen; Foto: Barrierefreies Wandern
Das gesteckte Ziel, ein Wanderangebot, das von Menschen mit Mobilitätseinschränkungen genutzt werden kann und auch genutzt wird, zu schaffen, wurde voll erreicht. Neben Rollstuhlfahrern mit und ohne Begleitperson nahmen Rollatornutzer, Segwaynutzer, Handbiker, Senioren, Menschen mit einer Gehbehinderung und/oder einer anderen Behinderung(en) teil. Darüber hinaus fand das Angebot das Interesse von inklusiven und generationenübergreifenden Gruppen.
Mein besonderer Dank gilt den Verantwortlichen des Förderprogramms ‚Generation Nachbarschaft‘ des Wetteraukreises. Ohne eine entsprechende Förderung wäre dieses Angebot nicht möglich gewesen.
Anmerkung zu den übersendeten Fotos: Die Teilnehmer haben einer eventuellen Veröffentlichung zugestimmt.
Unterwegs zwischen Rüdesheim und Lorchhausen auf Deutschlands teuerstem Radweg entlang der B42
Eine Fahrt mit dem Handbike auf dem, im Juli 2023 nach 17 Jahren Bauzeit fertig gestellten Radweg ist ein besonderes Erlebnis. Das liegt daran, dass der gut elf Kilometer lange und 2,5 m breite Rad- und Gehweg ohne nennenswerte Steigungen oder Hindernisse auf sehr gut berollbaren Beton- oder Asphalt verläuft. Er erschließt einen Teil der spektakulären Landschaft des UNESCO Welterbes Oberes Mittelrheintales, die für viele als das schönste Stück des gesamten Rheins zwischen den Alpen und der Nordsee gilt. Das ca. 130 km lange, canyonartige Durchbruchstal durch das Rheinische Schiefergebirge ist seit dem 19. Jahrhundert der Inbegriff der Rheinromantik. Zahlreiche Höhenburgen, andere Baudenkmäler, Weinberge und die vielen verwinkelten alten Dörfer und Städte auf dem schmalen Uferstreifen lassen einen aus dem Staunen nicht mehr herauskommen.
Rheingau-Radweg mit Höhenburg (Foto: Barrierefreies Wandern)
Bedingt durch die Enge des rechtsrheinischen Ufersaums, auf dem neben der B42 ebenfalls eine Bahntrasse entlang führt, verläuft die Radstrecke größtenteils auf sog. Kragarmen. Das sind einseitig gelagerte Balken, die das Gewicht des Radweges tragen. Man fährt also über weite Strecken direkt oberhalb des Flusses und ist durch eine Schutzplanke von der Bundesstraße getrennt. Zum Rhein hin übernimmt dies ein Geländer. Leider ist es so hoch, dass Handbiker oder kleine Menschen im Rollstuhl nicht darüber blicken können. Hier fehlen ‚Fenster‘ aus transparentem Material, die eine freie Sicht auf den Fluss und das gegenüber liegende Ufer ermöglichen. Wünschenswert wären außerdem breitere Haltebuchten in regelmäßigen Abständen, mit einer entsprechenden ‚Möblierung‘ in Form von Bänken und unterfahrbaren Tischen für eine kurze Pause oder eine längere Rast. Hinweistafeln auf Sehenswürdigkeiten oder Streckeninformationen (Rollstuhlfahrertoiletten, Gastronomie, Reparaturmöglichkeiten, etc.) fehlen völlig.
Ausblick versperrt (Foto: Barrierefreies Wandern)
Die Anbindung an das Radwegenetz am rechten Rheinufer innerhalb Rüdesheims lässt ebenfalls Wünsche offen. Von der Hindenburgallee kommend überquert man am Rüdesheimer Adlerturm die Bahngleise und befindet sich mitten im Verkehr auf der stark befahrenen B42 (Rheinstraße). Ein Ausweichen auf den Gehweg, der entlang der Rheinstraße verläuft ist wegen der Masse an Menschen, die sich dort bewegen, oft nicht möglich. Nach dem erneuten Überqueren der Gleise in Höhe des Rüdesheimer Bahnhofs fährt man ca. 500 m mitten im Verkehr auf der B42. Erst dann geht es auf dem Radweg weiter. Eine Lösung hierzu befindet sich derzeit in Planung. Der Baubeginn ist für 2024 vorgesehen. Ein provisorischer Radweg auf einem Abstellgleis der Deutschen Bahn soll den Lückenschluss ermöglichen. Mal sehn. In Lorchhausen endet die Ausbaustrecke und geht nahtlos in den bestehenden Radweg über, der teilweise ohne Schutzplanke entlang der Bundesstraße verläuft.
Inklusive Wandertouren während der 1. Bad Nauheimer Inklusionswochevom 1. Juli – 8. Juli 2023
Unter dem Motto ‚Da kann ja jede:r kommen‚ boten über 50 Kooperationspartner eine ganze Woche lang ein vielfältiges Angebot an, das aus etwas mehr als 65 Veranstaltungen und Projekten aus den Bereichen Sport, Musik und Kultur bestand. An den Workshops, Vorträgen, Führungen und Wanderungen sowie dem Kunstprojekt ‚Roter Faden Inklusion‘ konnten ALLE teilnehmen.
Foto: Barrierefreies Wandern
Die beiden barrierearmen Rundwanderungen waren demzufolge gut nachgefragt. Bei der Mittwochswanderung „Vom Kurpark zur Skiwiese“ konnte Martin Fischer vom „Büro für Barrierefreies Wandern“ insgesamt 15 Teilnehmer begrüßen. Darunter waren Rollstuhlfahrer, Menschen mit Gehbehinderung und Senioren. Ein Highlight war die erfolgreiche „Querfeldeinüberquerung“ der Skiwiese, die sich viele Teilnehmer alleine nicht zugetraut hätten. Die „Sieben Gotteshäuser-Tour“, ein thematischer Rundgang durch Bad Nauheim, der am darauffolgenden Donnerstag ebenfalls an der Tourist Information an den Kolonnaden startete, fand das Interesse von 12 Teilnehmern.
Apetlon, eine Marktgemeinde mit ca. 1700 Einwohnern, liegt im Osten des Neusiedler Sees in der Region Seewinkel im Burgenland, Österreich. Sie diente als Standort für die Erkundung des Nationalparks Neusiedler See – Seewinkel und des Welterbe Naturparks Neusiedler See – Leithagebirge. Die Ferienwohnung auf dem Weinbauernhof von Sepp und Sabine Kracher stellte sich als perfektes Urlaubsdomizil heraus, das alle Erwartungen hinsichtlich des Themas Barrierefreiheit erfüllte.
Die Morphologie rund um den größten Steppensee Europas sorgt dafür, dass es keine Steigungen gibt. Perfekte Bedingungen für ausgedehnte Fahrradtouren, für die man nicht unbedingt einen Elektroantrieb braucht. Lediglich am Westufer des von der UNESCO 2001 als Welterbe geadelten Natur- und Kulturjuwels, zwischen Mörbisch, Rust und Neusiedl am See radelt man durch flache Rebhänge oder am Fuß des sanft hügeligen Leithagebirges entlang.
Foto: Barrierefreies Wandern
Die 125 km lange Umrundung des nur maximal 1,50 m tiefen Gewässers auf dem Neusiedler-See-Radweg (B10) lässt sich von ambitionierten Handbikern an einem Tag schaffen. Die Fahrradinfrastruktur mit ihrer hervorragenden Ausschilderung, schattigen Rastplätzen (teilweise mit Trinkwasser), Werkzeugstationen usw. ist exzellent. Die Etappenlänge lässt sich jedoch auch verkürzen, indem man etwa die barrierefrei erreichbare Fähre von Illmitz nach Mörbisch nutzt. Dann fährt man die etwa 50 km der ‚Südschleife‘, die größtenteils durch Ungarn verläuft. Der Grenzübertritt ist problemlos möglich. Bei der ‚Nordschleife‘ biegt man in Mörbisch, von der Fähre kommend, in Richtung Rust ab und fährt dann im Uhrzeigersinn über Purbach, Neusiedl und Podersdorf zurück nach Illmitz.
Foto: Barrierefreies Wandern; Radweg zwischen dem Neusiedler See und Illmitz
Der Lackenradweg (B20) mit seinen 52 km stellt eine hervorragende Möglichkeit dar, in die Natur des Nationalparks Neusiedler See-Seewinkels einzutauchen. Auf asphaltierten und teils geschotterten Wegen geht es vorbei an Hutweiden, Feuchtwiesen und Lacken. In und an den flachen und salzhaltigen Gewässern, die teilweise völlig austrocknen, können mehr als 300 Vogelarten beobachtet werden. Mobilitätseingeschränkte können sich von barrierefrei erreichbaren Beobachtungsständen einen Überblick verschaffen.
Zusammen mit vielen anderen Themenradweg weist das Gebiet ein Radwegenetz von insgesamt ca. 1000 km auf.