Mit dem Handbike durch die RadReiseRegion rund um den Chiemsee

Autor: Torsten Commotio, Barrierefrei Erleben

Handbike-Begeisterte finden im Chiemgau gut ausgeschilderte Routen, die speziell für Handbikes konzipiert wurden. Diese Wege sind nicht nur für Handbikes, sondern auch für Radanhänger sehr gut geeignet. Dank der breiten Wege kann man auch mal zu zweit nebeneinander fahren. Besonders abseits der vielbefahrenen Strecken bieten das flache Gelände und das geringere Verkehrsaufkommen ideale Voraussetzungen für Handbike-Touren.

Die sieben herausragenden Touren für Handbike-Fans wurden von Menschen mit Handicap aus der Region mehrfach selbst getestet und bei der Konzeption aktiv mitgestaltet. Entlang der Routen gibt es barrierefreie Einkehrmöglichkeiten und Toiletten. Alle weiteren Informationen zu diesen Touren können in einem Flyer gefunden oder unter der Telefonnummer +49 (0)861 9095900 kostenlos angefordert werden. Es ist erwähnenswert, dass die „7 Handbike-Touren im Chiemgau“ im Januar 2023 den 3. Platz beim ADAC-Tourismuspreis und im Februar das „Goldene Pedal“ des ADFC erhalten haben.

Hier sind die sieben ausgezeichneten Touren für Handbike-Fans:

Obinger See-Runde
(Handbike-Tour 1)

Sehr leichte Handbike-Tour um den Obinger See mit möglichem Zwischenstopp beim barrierefreien Strandbad. 20 Skulpturen gestalten die Runde zu einem besonderen Erlebnis.

Strecke: 3,4 km; 12 Hm; 00:45 h


Die Landschaft im Rupertiwinkel wurde durch eiszeitliche Gletscherströme geformt. Auf guten Wegen geht es auf und ab, aber nie extrem.

Strecke: 29,4 km; 161 Hm; 03:30 h

Wasser-Erlebnistour
(Handbike-Tour 2)


Rupertiwinkel-Panoramatour (Handbike-Tour 3)

Diese Handbike-Runde führt entlang der beschilderten Themenroute „Rupertiwinkel-Panoramatour“ durch den schönen Rupertiwinkel.

Strecke: 26,3 km; 249 Hm; 02:45 h 


Diese Runde mit meist mäßigen Steigungen und entspannten Abfahrten eignet sich hervorragend, um sich für die Sommersaison vorzubereiten.

Strecke: 9,0 km; 85 Hm; 01:15 h

Obinger Trainingsrunde (Handbike-Tour 4)


Abtsdorfer See-Runde (Handbike-Tour 5)

Die zauberhafte Handbike-Runde auf gutem Untergrund um den schönen Badesee bietet gelegentlich einen weiten Blick auf die Chiemgauer Alpen.

Strecke: 5,1 km; 43 Hm; 01:00 h


Die Handbike-Runde um den Waginger See ist eine Perlenkette mit landschaftlichen Highlights und Gelegenheiten für attraktive Zwischenstopps.

Strecke: 20,0 km; 136 Hm; 02:00 h

Waginger See-Runde
(Handbike-Tour 6)


Achen-Achter
(Handbike-Tour 7)

Diese herrliche Tour durch das von den Eiszeitgletschern geformte Alpenvorland ist gleichermaßen erlebnisreich wie fordernd, aber sie lohnt sich definitiv.

Strecke: 40,0 km; 280 Hm; 04:00 h


Für alle, die nach der perfekten Unterkunft für ihre nächste Handbike-Tour im Chiemgau suchen, bietet die Region Chiemsee-Chiemgau spezielle Handbike-Unterkünfte an.

Den passenden Urlaubskatalog für barrierefreien Urlaub in der Region Chiemsee-Chiemgau und für weitere Urlaubsziele in Bayern kann auf der Seite vom Urlaubsmagazin Barrierefrei Erleben unter https://www.barrierefreierleben.de/kataloge bestellt werden. 

Leichte Touren in der Wetterau

Ein Rückblick auf die diesjährigen barrierearmen Wanderungen

„Endlich bin ich mal nicht die Langsamste“, „hätte gar nicht gedacht, dass ich diesen Weg schaffe“, „das hätte ich mir alleine nicht zugetraut“, so oder so ähnlich hört es sich an, wenn Teilnehmer eine barrierearme Wanderung kommentieren. Diese Sätze  empfinde ich als ein ganz großes Lob und eine Bestärkung darin, auch im nächsten Jahr barrierearme Wanderungen anzubieten.

An der ersten Tour ‚Durch das Naturschutzgebiet Nidderauen bei Glauburg-Stockheim‘ am 29.4.2023 nahmen 2 Personen teil. Die zweite barrierearme Wanderung ‚Rund um die Burg Münzenberg‘ am 14.5.2023 fand das Interesse von 7 Wanderern.  Dirk Eiser, Mitglied des Ortsbeirats der Stadt Münzenberg nahm im Vorfeld mit mir Kontakt auf und bot seine Hilfe bei der Organisation und Durchführung an. Bei der etwa 4 km langen Wanderung begleitete er uns und beantwortete viele Fragen zur Geschichte von Stadt und Burg.

Rund um die Burg Münzenberg; Foto: Barrierefreies Wandern

Am 27.5.2023 ging es ‚Zur Rosenblüte nach Steinfurth‘. Bei herrlichem Wetter wanderten 12 Teilnehmer auf der ca. 6 km langen Strecke rund um Steinfurth und konnten die gerade begonnene Rosenblüte bestaunen. Am 1.10.2023, dem Bad Nauheimer Kerbsonntag hieß das Motto ‚Vom Kurpark zur Skiwiese‘. Die ca. 6 km lange Rundtour mit einem tollen Picknick an der Frauenwald-Hütte oberhalb der Skiwiese absolvierten alle neun Teilnehmer erfolgreich.

Den Abschluss der diesjährigen inklusiven und barrierearmen Wandertouren machte  am Samstag, 7.10.2023 die ca. 4 km lange Wanderung: ‚Auf Butzbacher Waldwegen‘.  Martin Fischer vom Büro für Barrierefreies Wandern konnte bei warmem Spätsommerwetter am Startpunkt Forsthaus Butzbach 37 Teilnehmer begrüßen.

Leichte Wanderung über die Skiwiese Bad Nauheim; Foto: Barrierefreies Wandern
Auf Butzbach Waldwegen; Foto: Barrierefreies Wandern

Das gesteckte Ziel, ein Wanderangebot, das von Menschen mit Mobilitätseinschränkungen genutzt werden kann und auch genutzt wird, zu schaffen, wurde voll erreicht. Neben Rollstuhlfahrern mit und ohne Begleitperson nahmen Rollatornutzer, Segwaynutzer, Handbiker, Senioren, Menschen mit einer Gehbehinderung und/oder einer anderen Behinderung(en) teil. Darüber hinaus fand das Angebot das Interesse von inklusiven und generationenübergreifenden Gruppen.

Mein besonderer Dank gilt den Verantwortlichen des Förderprogramms ‚Generation Nachbarschaft‘ des Wetteraukreises. Ohne eine entsprechende Förderung wäre dieses Angebot nicht möglich gewesen.

Anmerkung zu den übersendeten Fotos: Die Teilnehmer haben einer eventuellen Veröffentlichung zugestimmt.

Mit dem Handbike auf dem Rheingau-Radweg

Unterwegs zwischen Rüdesheim und Lorchhausen auf Deutschlands teuerstem Radweg entlang der B42

Eine Fahrt mit dem Handbike auf dem, im Juli 2023 nach 17 Jahren Bauzeit fertig gestellten Radweg ist ein besonderes Erlebnis. Das liegt daran, dass der gut elf Kilometer lange und 2,5 m breite Rad- und Gehweg ohne nennenswerte Steigungen oder Hindernisse auf sehr gut berollbaren Beton- oder Asphalt verläuft. Er erschließt einen Teil der spektakulären Landschaft des UNESCO Welterbes Oberes Mittelrheintales, die für viele als das schönste Stück des gesamten Rheins zwischen den Alpen und der Nordsee gilt. Das ca. 130 km lange, canyonartige Durchbruchstal durch das Rheinische Schiefergebirge ist seit dem 19. Jahrhundert der Inbegriff der Rheinromantik. Zahlreiche Höhenburgen, andere Baudenkmäler, Weinberge und die vielen verwinkelten alten Dörfer und Städte auf dem schmalen Uferstreifen lassen einen aus dem Staunen nicht mehr herauskommen.

Rheingau-Radweg mit Höhenburg (Foto: Barrierefreies Wandern)

Bedingt durch die Enge des rechtsrheinischen Ufersaums, auf dem neben der B42 ebenfalls eine Bahntrasse entlang führt, verläuft die Radstrecke größtenteils auf sog. Kragarmen. Das sind einseitig gelagerte Balken, die das Gewicht des Radweges tragen. Man fährt also über weite Strecken direkt oberhalb des Flusses und ist durch eine Schutzplanke von der  Bundesstraße getrennt.  Zum Rhein  hin übernimmt dies ein Geländer. Leider ist es so hoch, dass  Handbiker oder kleine Menschen im Rollstuhl nicht darüber blicken können. Hier fehlen ‚Fenster‘ aus transparentem Material, die eine freie Sicht auf den Fluss und das gegenüber liegende Ufer ermöglichen. Wünschenswert wären außerdem breitere Haltebuchten in regelmäßigen Abständen, mit einer entsprechenden ‚Möblierung‘ in Form von Bänken und unterfahrbaren Tischen für eine kurze Pause oder eine längere Rast. Hinweistafeln auf Sehenswürdigkeiten oder Streckeninformationen (Rollstuhlfahrertoiletten, Gastronomie, Reparaturmöglichkeiten, etc.) fehlen völlig.

Ausblick versperrt (Foto: Barrierefreies Wandern)

Die Anbindung an das Radwegenetz am rechten Rheinufer innerhalb Rüdesheims lässt ebenfalls Wünsche offen. Von der Hindenburgallee kommend überquert man am Rüdesheimer Adlerturm die Bahngleise und befindet sich mitten im Verkehr auf der stark befahrenen B42 (Rheinstraße). Ein Ausweichen auf den Gehweg, der entlang der Rheinstraße verläuft ist wegen der Masse an Menschen, die sich dort bewegen, oft nicht möglich. Nach dem erneuten Überqueren der Gleise in Höhe des Rüdesheimer Bahnhofs fährt man ca. 500 m mitten im Verkehr auf der B42. Erst dann geht es auf dem Radweg weiter. Eine Lösung hierzu befindet sich derzeit in  Planung. Der Baubeginn ist für 2024 vorgesehen. Ein provisorischer Radweg auf einem Abstellgleis der Deutschen Bahn soll den Lückenschluss ermöglichen. Mal sehn. In Lorchhausen endet die Ausbaustrecke und geht nahtlos in den bestehenden Radweg über, der teilweise ohne Schutzplanke entlang der Bundesstraße verläuft.

Inklusionswoche in Bad Nauheim

Inklusive Wandertouren während der 1. Bad Nauheimer Inklusionswoche vom 1. Juli – 8. Juli 2023

Unter dem Motto ‚Da kann ja jede:r kommen‚ boten über 50 Kooperationspartner eine ganze Woche lang ein vielfältiges Angebot an, das aus etwas mehr als 65 Veranstaltungen und Projekten aus den Bereichen Sport, Musik und Kultur bestand. An den Workshops, Vorträgen, Führungen und Wanderungen sowie dem Kunstprojekt ‚Roter Faden Inklusion‘ konnten ALLE teilnehmen.

Foto: Barrierefreies Wandern

Die beiden barrierearmen Rundwanderungen waren demzufolge gut nachgefragt. Bei der Mittwochswanderung „Vom Kurpark zur Skiwiese“ konnte Martin Fischer vom „Büro für Barrierefreies Wandern“ insgesamt 15 Teilnehmer begrüßen. Darunter waren Rollstuhlfahrer, Menschen mit Gehbehinderung und Senioren. Ein Highlight war die erfolgreiche „Querfeldeinüberquerung“ der Skiwiese, die sich viele Teilnehmer alleine nicht zugetraut hätten. Die „Sieben Gotteshäuser-Tour“, ein thematischer Rundgang durch Bad Nauheim, der am darauffolgenden Donnerstag ebenfalls an der Tourist Information an den Kolonnaden startete, fand das Interesse von 12 Teilnehmern.

Neusiedler See

15.06.23 bis 22.06.23

Apetlon, eine Marktgemeinde mit ca. 1700 Einwohnern, liegt im Osten des Neusiedler Sees in der Region Seewinkel im Burgenland, Österreich. Sie diente als Standort für die Erkundung des Nationalparks Neusiedler See – Seewinkel und des Welterbe Naturparks Neusiedler See – Leithagebirge. Die Ferienwohnung auf dem Weinbauernhof von Sepp und Sabine Kracher stellte sich als perfektes Urlaubsdomizil heraus, das alle Erwartungen hinsichtlich des Themas Barrierefreiheit erfüllte.

Die Morphologie rund um den größten Steppensee Europas sorgt dafür, dass es keine Steigungen gibt. Perfekte Bedingungen für ausgedehnte Fahrradtouren, für die man nicht unbedingt einen Elektroantrieb braucht. Lediglich am Westufer des von der UNESCO 2001 als Welterbe geadelten Natur- und Kulturjuwels, zwischen Mörbisch, Rust und Neusiedl am See radelt man durch flache Rebhänge oder am Fuß des sanft hügeligen Leithagebirges entlang.  

Foto: Barrierefreies Wandern

Die 125 km lange Umrundung des nur maximal 1,50 m tiefen Gewässers auf dem Neusiedler-See-Radweg (B10) lässt sich von ambitionierten Handbikern an einem Tag schaffen. Die Fahrradinfrastruktur mit ihrer hervorragenden Ausschilderung, schattigen Rastplätzen (teilweise mit Trinkwasser), Werkzeugstationen usw. ist exzellent. Die Etappenlänge lässt sich jedoch auch verkürzen, indem man etwa die barrierefrei erreichbare Fähre von Illmitz nach Mörbisch nutzt. Dann fährt man die etwa 50 km der ‚Südschleife‘, die größtenteils durch Ungarn verläuft. Der Grenzübertritt ist problemlos möglich. Bei der ‚Nordschleife‘ biegt man in Mörbisch, von der Fähre kommend, in Richtung Rust ab und fährt dann im Uhrzeigersinn über Purbach, Neusiedl und Podersdorf zurück nach Illmitz.

Foto: Barrierefreies Wandern; Radweg zwischen dem Neusiedler See und Illmitz
Foto: Barrierefreies Wandern; Barrierefreier Beobachtungsstand

Der Lackenradweg (B20) mit seinen 52 km stellt eine hervorragende Möglichkeit dar, in die Natur des Nationalparks Neusiedler See-Seewinkels einzutauchen. Auf asphaltierten und teils geschotterten Wegen geht es vorbei an Hutweiden, Feuchtwiesen und Lacken. In und an den flachen und salzhaltigen Gewässern, die teilweise völlig austrocknen, können mehr als 300 Vogelarten beobachtet werden. Mobilitätseingeschränkte können sich von barrierefrei erreichbaren Beobachtungsständen einen Überblick verschaffen.

Zusammen mit vielen anderen Themenradweg weist das Gebiet ein Radwegenetz von insgesamt ca. 1000 km auf.

Besuch im Nationalpark Bayerischer Wald

vom 03.06.23 bis zum 10.06.23

Anfang Juni fand ein Besuch im Nationalpark Bayerischer Wald und eine Begegnung mit Günter Sellmayer statt. Günter war 25 Jahre als Ranger im Nationalpark unterwegs. Seit etwa 2 Jahren ist er auf Grund einer Erbkrankheit auf einen Rollstuhl angewiesen. Er gilt als Pionier für barrierearmes Wandern im Nationalpark Bayerischer Wald und initiierte den Bau der beiden barrierearmen Erlebniswege ‚Großer Filz‘ und ‚Seebach‘. Seine Leidenschaft für die urwüchsige, wilde Natur des Nationalparks konnte ich bei zwei gemeinsamen Touren spüren. Nach Anmeldung begleitet Günter als Rollstuhl-Guide  Interessierte auf ’seinen‘ Strecken. Dafür hat er extrem geländegängige Elektrorollstühle der australischen Firma Sunrise Medical angeschafft. Diese transportiert er mit seinem Autoanhänger und bringt sie kurzerhand zum Treffpunkt mit.

Günter Sellmayer (rechts) und Martin Fischer unterwegs auf einem der barrierefrei angelegten Wanderwegen

Bei dem barrierearm, leichten Erlebnisweg ‚Libelle‘ (Großer Filz/Klosterfilz) handelt es sich um einen, ca. 1,6 km langen, Rundweg. Ein bestehender Wanderweg wurde behutsam an die Bedürfnisse von Mobilitätseingeschränkten angepasst: keine nennenswerten Steigungen, mit Feingranulatoberfläche, ohne Hindernisse und Seitenneigung und mit einer barrierefrei zugänglichen Aussichtsplattform mit tollem Blick über die Hochmoorlandschaft ‚Großer Filz/Klosterfilz‘. Die Schautafeln sind so gestaltet, dass Menschen mit einer Sehbehinderung Informationen ertasten können.Der Erlebnisweg ‚Seebach‘ ist ein, etwa 1,3 km langer, ebenfalls barrierearm, leichter  Wanderweg entlang eines Bergbaches. Er bietet grandiose Einblicke in die Waldwildnis aus umgestürzten Bäumen (Originalton Günter: Chaos im Verhau), die Borkenkäfer und Biber geschaffen haben.

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Eine weitere Besonderheit ist die barrierefreie Infrastruktur, mit der beide Strecken ausgestattet sind: barrierefreie Bushaltestellen entlang der ‚Diensthüttenstraße‘ erlauben eine Anfahrt mit dem ‚Igelbus‘, Rollstuhlfahrerparkplätze, eine Rollstuhlfahrertoilette und unterfahrbare Tische an den Rastplätzen beider WegstreckenAus dem Online-Wanderführer des Nationalparks Bayerischer Wald lassen sich acht  Wanderwege, die in die Kategorie ‚barrierearm, leicht‘ fallen, herausfiltern. Sie ermöglichen es, Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, die Natur im Nationalpark selbstständig zu erleben. Ein toller Schritt hin zu mehr Teilhabe und Inklusion!

Da die Nutzergruppe der Mobilitätseingeschränkten jedoch im Bezug auf Anspruch, körperliche Voraussetzungen, Hilfsmitteltechnik, etc. sehr heterogen ist, wäre es  wünschenswert, ebenfalls Wanderwege, die in die Kategorien ‚barrierearm, mittel‘ und ‚barrierearm, schwer‘ in den Online-Wanderführer aufzunehmen. Darüber hinaus sind mobilitätseingeschränkte Nutzer auf sehr detaillierte Wegbeschreibungen mit Parametern, wie Maximalsteigung, Hindernisse im Streckenverlauf, Streckenabschnitte mit Seitenneigung, etc. angewiesen. Diese sollten zusätzlich an die Wegbeschreibungen im Online-Wanderführer des Nationalparks angehängt werden.

Büro für Barrierefreies Wandern im Förderprogramm ‚Generation Nachbarschaft – soziale Räume gemeinsam gestalten‘ des Wetteraukreises

Aus den Händen der 1. Kreisbeigeordneten Stephanie Becker-Bösch nahmen Karoline Fischer und Martin Fischer am Dienstag, den 9. Mai im Rahmen einer Feierstunde in der Sampo-Halle in Echzell-Bingenheim die Urkunde entgegen.

Das geförderte Projekt ‚Einfach wandern – leichte Touren in der Wetterau‘ steht für insgesamt 5 barrierearme, von Martin Fischer geführte Wandertouren für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen.  Die Tourenmerkmale wie Streckenlänge, Maximalsteigung, Beschaffenheit des Untergrundes, etc. sind so gewählt, dass Rollstuhlfahrer, Menschen mit einer Gehbehinderung, Prothesenträger, Senioren, Familien mit Kinderwagen, usw. daran teilnehmen können.

Barrierearme Wanderwege im Taunus

Naturpark Taunus

Der Naturpark Taunus zählt seit 2006 zu den ausgezeichneten Qualitätsnaturparks in Deutschland. Er umfasst den östlichen Bereich des gleichnamigen Mittelgebirges mit dem darin liegenden Taunushauptkamm, inklusive dem Großen Feldberg sowie dem östlichen Hintertaunus und dem in Richtung Rhein-Main-Gebiet abfallenden Vordertaunus.

Grafik: Gebietsübersicht des Naturpark Taunus – Quelle: Naturpark Taunus

Der Naturpark Taunus ist Hessens flächenmäßig zweitgrößter Naturpark. Die Landkreise Hochtaunuskreis, Wetteraukreis, Lahn-Dill-Kreis, Landkreis Limburg-Weilburg und den Landkreis Gießen bilden zusammen den Naturpark Taunus.

Für Besucher ist das Gebiet bestens erschlossen. Es bietet mit seinen 1350 km2 Fläche aber auch genügend Platz für die Entfaltung der heimischen Pflanzen- und Tierwelt. Menschen, die gerne draußen unterwegs sind, ermöglicht er eine Vielzahl von Freizeitaktivitäten – von Wandern, Mountainbiken, Kanu fahren und Klettern bis hin zum Wintersport

Online Wanderführer

Im Online-Taunus-Wanderführer lassen sich mehr als 200 Routenvorschläge finden. Aus denen kann man sein passendes Angebot über mehrere variable Filter, wie den Schwierigkeitsgrad, die gewünschte Wanderdauer, die Routenlänge oder die Summe der Höhenmeter im Aufstieg, herausfiltern.

Hier geht es zum Online Wanderführer

Kooperation mit dem „Büro für Barrierefreies Wandern“

Die Idee, im Naturpark Taunus barrierearme Wandermöglichkeiten zu finden und zu beschreiben, ist nicht neu. Bereits 2018 gab es eine Kooperation mit dem „‚Büro für Barrierefreies Wandern“. In diesem Zusammenhang wurde Martin Fischer, der Gründer des in Friedberg ansässigen Büros beauftragt, den Wanderweg „Fichte Eschbach“ zu begutachten und herauszufinden, ob er für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen geeignet ist.

Zu Beginn des Jahres 2023 stand das wichtige Thema  erneut auf der Agenda des Naturpark Taunus. Mit Hilfe des Online-Wanderführers wurde über die Einstellungen Routenlänge und Routensteigung eine erste Vorauswahl getroffen. Geeignete Wanderstrecken kamen in die Vorauswahl. Das „Büro für Barrierefreies Wandern“ wurde  beauftragt, die Strecken zu untersuchen und eine Empfehlung abzugeben, für welche Nutzergruppen, aus dem breiten Spektrum der Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, sie geeignet sind. Darüber hinaus wurde für jede Strecke eine genaue Beschreibung erstellt. Hier spielen Faktoren, wie Maximalsteigung, Oberflächenbeschaffenheit, Hindernisse im Streckenverlauf, Seitenneigung, etc. eine entscheidende Rolle. Über die sehr detaillierte Beschreibung einer Strecke können Nutzer dann auch selbst entscheiden, ob ein Wanderweg für sie machbar ist.

Einfach wandern – leichte Touren in der Wetterau

Wir freuen uns, in diesem Jahr insgesamt 5 barrierearme, geführte Wandertouren anbieten zu können. Die Touren sind als Rundwanderungen ausgearbeitet, mit wenig Steigungen, meist auf befestigten Wegen, ohne Hindernisse und Seitenneigung, sowie mit einer Rollstuhlfahrertoilette im Streckenverlauf.

Besonders geeignet sind die Strecken für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, d.h. Menschen, die einen Rollstuhl mit oder ohne Zuggerät, ein Handbike oder einen Rollator benutzen, Menschen mit einer Gehbehinderung, Prothesenträger, Senioren, Menschen die generationenübergreifend unterwegs sein möchten und alle, die sich gerne draußen bewegen.

Ermöglicht wird das Angebot durch das Förderprogramm ‚Generation Nachbarschaft‘ des Wetteraukreises.

Die Teilnahme an den Touren ist kostenlos. Eine Anmeldung ist erforderlich.

Bitte telefonisch oder per e-mail an:
Martin Fischer
0176 52217718
martin_fischer@mail.de

Touren:

‚Durch das Naturschutzgebiet Nidderauen bei Glauburg-Stockheim‘

Wann: Sa. 29.04.2023, 11 Uhr
Startpunkt: Bahnhof Glauberg-Stockheim, Stockheim
Streckenlänge: 5,2 km
Höhendifferenz: ca. 40 m
Dauer: ca. 2 h

‚Rund um die Burg Münzenberg‘

Wann: So. 14.05.2023, 11 Uhr
Startpunkt: Burghotel Münzenberg, Wohnbacher Straße 1, Münzenberg
Streckenlänge: 4,1 km
Höhendifferenz: ca. 70 m
Dauer: ca. 1,5 h

‚Zur Rosenblüte nach Steinfurth‘

Wann: Sa. 27.05.2023, 11 Uhr
Startpunkt: Parkplatz an der Wetterbrücke/Bad-Nauheimer-Straße, Steinfurth
Streckenlänge: 6,1 km
Höhendifferenz: ca. 70 m
Dauer: ca. 2 h

‚Vom Kurpark zur Skiwiese‘

Wann: So. 01.10.2023, 11 Uhr
Startpunkt: Parkdeck Sprudelhof, Bad Nauheim
Streckenlänge: 6,1 km
Höhendifferenz: ca. 80 m
Dauer: ca. 2 h

‚Auf Butzbacher Waldwegen‘

Wann: Sa. 07.10.2023, 11 Uhr
Startpunkt: Forsthaus Butzbach, Butzbach, außerhalb, an der L 3053, zwischen Hausen und Espa
Streckenlänge: 3,9 km
Höhendifferenz: ca. 50 m
Dauer: ca. 1,5 h

Vielfalt Wetterau

Wir sind Träger des Labels „Vielfalt Wetterau! …Region für ALLE!“

Dieses Label zeichnet Vereine, Organisationen, Initiativen und Unternehmen aus, die sich in besonderer Weise für die Vielfalt in der Wetterau engagieren.

Image-Film: „Vielfalt Wetterau:…Region für alle“


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